RL KF / GF: Der Saisonabsch(l)uss

Die letzten Spiele der Saison 2015/2016 standen am 07.05.2016 in den Kleinfeld-Playoffs und am 21.05.2016 im Spiel um Platz 3 der Regionalliga Großfeld an und so richtig zufriedenstellend verlief von den insgesamt drei Spielen nur eines. Doch der Reihe nach.

Im Halbfinale der Regionalliga Kleinfeld hieß der Gegner wie auch schon im Großfeld Floorball Turtles Berlin und trotz ersatzgeschwächtem Team konnte sich der UHC Berlin mehr als ordentlich verkaufen. Im Spiel gegen die favorisierten Schildkröten zeigten sich die Pankower während des gesamten Spiels als nahezu gleichwertig, phasenweise sogar spielerisch überlegen. Dennoch gingen die Turtles in der 4. Minute in Führung und konnten diese in der 8. Minute sogar ausbauen. Dass das Spiel knapp war, bezeugt der unmittelbar im Anschluss erfolgte Treffer zum 1:2 aus Sicht der Pankower durch Jan-Olav Straakholder (Assist Steffen Kreye). Der knappe Abstand hielt leider nicht lange, so trafen die Schildkröten in der zehnte Minute zum dritten Mal. In der Folge spielte der UHC allerdings stark auf und erspielte sich einige Chancen, lediglich der gegnerische Goalie, sowie das Aluminium verhinderten einen weiteren, verdienten Treffer. Geschichten dieser Art erlebte der UHC diese Saison öfter, die eigene Abschlussschwäche wird kontrastiert von effektiven Gegnern und so kam es wieder zu dem Fall, dass kurz vor dem Halbzeitpfiff das 1:4 fiel und das Ergebnis keineswegs den Spielverlauf adäquat wiedergab. Ein Unentschieden zur Pause wäre sicherlich in Ordnung gewesen, doch stand dafür zu oft das eigene Unvermögen im Weg, wenn man es drastisch formulieren mag.

Halbzeit zwei begann ähnlich stark seitens der Pankower und so fiel der zweite Treffer dann auch in der 22. Minute durch den gewohnt quirlig spielenden Marcel Maffli (Sebastian Röhr). Nur selten in der Saison war der UHC auch ergebnistechnisch so knapp an den Turtles dran, denn auch der Treffer zum 2:5 in der 25. Minute wurde direkt wieder mit einem weiteren Treffer für den UHC beantwortet. Kapitän Jan Brandt (S. Röhr) traf und ein wenig keimte die Hoffnung auf, hier was zu reißen. Man spielte gut und hatte Chancen. Was fehlte, wenn schon das Talent Grenzen setzte, war einfach Glück. Das kam trotz Druckphasen leider nicht mehr und die Stärke der Turtles, nämlich ihre Effektivität auch wenn sie mal nicht so gut spielen, zeigte sich in den Minuten 29 und 39, als sie zwei weitere Treffer zum 3:7-Endstand schossen. Im Kleinfeld ist ein vier Tore Abstand so oder so kein Weltuntergang, dennoch lässt sich das Ergebnis als zu hoch einordnen. Unterschlagen werden soll aber auch nicht, dass die Turtles verdient gewonnen haben und sicherlich auch nicht so stark gespielt haben, wie sie es eigentlich können. Es bleibt die Erkenntnis, dass der Torabschluss mehr als einmal in dieser Saison dem UHC das Genick brach und zur Spitze der Regionalliga Kleinfeld, welche die Turtles abbilden, noch ein bisschen was fehlt.

Durch die Niederlage im Halbfinale bedingt ging es nach kurzer Pause auch schon weiter im Spiel um Platz 3 gegen BAT Berlin. Die Tempelhofer verloren ihr Halbfinale gegen das Floorball Team Charlottenburg (FTC) knapp mit 2:4 und es schien, als würde nur dem UHC die vorangegangene Niederlage noch zu schaffen machen. Denn die erste Hälfte des Spiels war sicherlich mit das Schlechteste, was der UHC in dieser Saison im Kleinfeld bisher gespielt hat. Stets war man einen Schritt zu langsam, zu weit weg vom Gegner oder wusste nichts mit dem Ball anzufangen. Dass die erste Hälfte nicht in einem kompletten Debakel endete, lag zu großen Teilen an Goalie Aleksi Salo, der sich sowieso ein extra Fleiß-Bienchen verdiente, da er nur deswegen im Tor saß, weil alle drei nominellen Goalies am Playoff-Tag ausfielen. Kurzum: es stand zur Pause 0:4 und damit konnten die Pankower sogar noch zufrieden sein. Nach motivierender Ansprache zur Pause kam der UHC aber wie ausgewechselt aus der Kabine und schaffte innerhalb von etwas mehr als sechs Minuten, das Spiel auszugleichen. Ein Eigentor, Stefan Jonsson, J. Brandt (S. Röhr) und M. Maffli (J. Brandt) in den Minuten 21, 23, 24 und 27 setzten den Spielstand auf 4:4 und plötzlich war alles wieder drin. Nun spielten beide Teams gleichwertig, wenn auch die Effektivität des UHC wieder nachließ. Eine kurze Spanne allerdings, die an die erste Halbzeit erinnerte und auch keine zwei Minuten anhielt, nutzte BAT gleich mal für drei Treffer, sodass das Spiel in der 35. Minute für die Pankower fast außer Reichweite war. J. Brandt (A. Salo) läutete mit seinem Treffer zum 5:7 noch einmal eine Schlussoffensive ein, die aber mit keinem weiteren Tor mehr gekrönt werden sollte und so ging das Spiel gerade aufgrund der ersten Halbzeit absolut verdient an BAT. Sicherlich wäre hier mehr drin gewesen, wenn man nicht eine Halbzeit komplett verschlafen hätte. Nach Platz drei im letzten Jahr steht für den UHC Berlin somit dieses Jahr nur der undankbare vierte Platz zu Buche.


Stichwort ersatzgeschwächt: Auch im letzten Großfeldspiel der Saison zwei Wochen später trat die Spielgemeinschaft Floorball Nordost (FNO), bestehend aus dem UHC Berlin und Pommerhoc Greifswald, nicht unbedingt mit allem an, was man so zu bieten hat. Um es vorsichtig auszudrücken. Und das sollte sich gegen FTC auch zeigen. Dennoch begann das Spiel zunächst verheißungsvoll für das Team FNO, das durch S. Jonsson (J. Keßler) schon in der 2. Minute in Führung ging. Die Abtastphase der beiden Teams dauerte etwa fünf Minuten, in denen FNO leichte Spielvorteile hatte und in welcher S. Jonsson sogar noch einen weiteren Treffer zum 2:0 drauflegte. Doch dann kam der Bruch. Die ersten fünf Minuten sollten im Endeffekt das Beste sein, was FNO an diesem Tag zustande bringen konnte. Die Charlottenburger fanden immer besser ins Spiel und belohnten sich mit zwei Treffern in der 9. Minute selbst. Nur wenig später war das Spiel auch schon gedreht und es stand nach 11 Minuten 2:3 aus Sicht von FNO, womit es auch in die erste Pause ging.

Auch im zweiten Drittel änderte sich nichts gravierend, FTC spielte deutlich besser und hatte mehr vom Spiel. Gerade im Spielaufbau haperte es bei FNO. Die Bälle wurden zwar rausgespielt (sofern überhaupt jemand frei stand), aber nur wenig konnte damit angefangen werden. Entweder war der Pass ungenau oder die Ballannahme zu schlecht, sodass kaum mehr als die unter Fußballern bekannte Taktik des „Kick and Rush“ möglich war. Nur fehlte irgendwie auch „Rush“ an diesem Tag, sodass lange Bälle ebenso nicht richtig funktionierten wollten. Mit der Ausnahme eines Powerplays am Anfang des zweiten Drittels fand FNO in der gegnerischen Hälfte kaum statt. Die logische Konsequenz, wenn ein Team deutlich stärker als das andere ist, sind zumeist viele Tore. Immerhin hier konnte Goalie Timm Krüger Schlimmeres verhindern, denn es fielen nur deren drei. Das 2:6 nach 40 gespielten Minuten lässt sich als schmeichelhaft für FNO verbuchen, zu sehr war man unterlegen.

Konnte sich der UHC im Platzierungsspiel im Kleinfeld zwei Wochen früher noch aufrappeln und sich ordentlich aus der Saison verabschieden, so kam es in den letzten 20 Minuten der Großfeldsaison nicht mehr zu einem Aufbäumen. Ein Unterzahlspiel, das noch aus dem zweiten Drittel resultierte, bedeutete schon nach 15 gespielten Sekunden im Schlussdrittel das 2:7. Nun verflachte das Spiel ab, da FTC auch nur das Nötigste zu tun schien und FNO nicht mehr als das bieten konnte, was man eh schon anbot. Etwas unerwartet traf Kapitän J. Brandt in der 51. Minute zum 3:7, doch wurde selbst dieses kleine Erfolgserlebnis sofort wieder von FTC bestraft, als sie den alten Abstand nur 30 Sekunden später wieder herstellten. Zwei weitere Treffer besiegelten den absolut verdienten Endstand von 3:10, welcher gut und gerne auch höher hätte ausfallen können. Dabei war es nicht so, als hätte FNO gar keine Chancen gehabt. Nur spielerisch war man an diesem Tage einfach zu limitiert, um zu erreichen. Glückwünsche dabei auch noch an die Floorball Turtles Berlin, die in einem spannenden Finale knapp BAT II besiegten und somit das „Double“ des FVBB (Meister in Kleinfeld und Großfeld Regionalliga) perfekt machten.

Bericht: Sebastian Röhr
Fotos: Roland Stahn

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